Wissenschaft

Neuroonkologie

Die Klinik für Neurologie besitzt einen wissenschaftlichen Schwerpunkt im Bereich der Diagnostik und Therapie von primären und sekundären Tumoren des Gehirns und Rückenmarks. Sie erfährt in diesem Zusammenhang mehrere Förderungen durch die Deutsche Krebshilfe und durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft. Die Neurologische Klinik ist außerdem ein registriertes Studienzentrum der EORTC (European Organisation for Research and Therapy of Cancer).

Forschung

Es werden mehrere klinische und experimentelle Forschungsprojekte bearbeitet:

Das Deutsche Gliomnetzwerk wurde von der Deutschen Krebshilfe gefördert und umfasste in einer zweiten Förderperiode ab 01.10.2007 die Universitätskliniken Tübingen, Dresden, Hamburg, München, Bonn, Heidelberg und Bochum/Düsseldorf. Aufgabe des Gliomnetzwerkes war die systematische Betreuung von Patienten mit Gliomen, deren Erfassung und kontinuierliche Betreuung mit dem Ziel, die Diagnostik und Therapie von Gliompatienten in Deutschland zu verbessern und zu standardisieren. Ein wesentlicher, weiterhin gepflegter Teil des Deutschen Gliomnetzwerkes sind Tumor- und Gewebebanken, welche die Durchführung von wissenschaftlichen Analysen an einer großen Gewebezahl ermöglichen, die einzigartig auf der Welt ist. Am Bochumer Zentrum wurde seit Dezember 2004 ein Zentralprojekt zur standardisierten, neuropsychologischen Untersuchung von Patienten innerhalb des Gliomnetzes geleitet, welches das Ziel hat, mögliche Therapiefolgen für Merkfähigkeit und Gedächtnis behandelter Patienten im Verlauf zu erfassen und auszuwerten. Trotz der zwischenzeitlich ausgelaufenen Förderung werden diese Analysen fortgesetzt, weil mit zunehmender Beobachtungsdauer dieses Projekt immer wertvollere Daten erbringt.

Die Neurologische Universitätsklinik Bochum führt eine alleinige Chemotherapie bei primären ZNS-Lymphomen durch. Primäre ZNS-Lymphome machen etwa 3 % aller primären Gehirntumore aus und zeichnen sich durch eine sehr gute Chemotherapieempfindlichkeit und Strahlentherapieempfindlichkeit aus. Die Kombination dieser beiden wirksamen Therapiemodalitäten führt allerdings vor allem bei älteren Patienten häufig zu langfristigen Gedächtnisleistungsstörungen von erheblichem Ausmaß. Aus diesem Grunde wird in Bochum eine bereits 1995 an der Neurologischen Universitätsklinik Bonn begonnene Arbeit zur Behandlung dieser Tumoren mit einer Chemotherapie ohne Strahlentherapie fortgesetzt. Die Ergebnisse dieser Arbeit wurden mehrfach hochrangig publiziert (s.u.). Derzeit besteht die Therapie in einer systemischen Chemotherapie innerhalb von 6 oder 7 Therapiezyklen (3 Zyklen einer Induktionstherapie mit Rituximab/Methotrexat und Ifosfamid), fakultativ gefolgt von einer kombinierten systemischen Chemotherapie (Cytarabin in den Zyklen 4 und 7, Methotrexat und Ifosfamid in den Zyklen 5 und 6, wobei die Patienten > 65 Jahre nur einen dieser beiden Zyklen erhalten) in Kombination mit einer intraventrikulären Chemotherapie.

In Zusammenarbeit mit Herrn Prof. Dr. Kai Stühler / Universität Düsseldorf untersucht unsere Klinik in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Projekt (Projekt-Nummer SCHL268/4-1) die proteinchemische Zusammensetzung des Liquors von Patienten mit neudiagnostiziertem Primären ZNS-Lymphom von Patienten unter und nach Therapie sowie im Rezidiv. Diese Liquorproteinanalysen werden verglichen mit denen von Patienten mit entzündlichen Erkrankungen des Zentralen Nervensystems, mit anderen Tumoren des Zentralen Nervensystems und mit verschiedenen, nicht das Zentrale Nervensystem betreffenden neurologischen Erkrankungen. Ziel dieser Arbeit ist, ein Diagnosewerkzeug in die Hand zu bekommen, welches ermöglicht, die Diagnose eines Primären ZNS-Lymphoms ohne Biopsie des Tumors selbst zustellen.

In der Abteilung für klinische Neuropsychologie und Verhaltensneurologie werden kognitive Funktionsstörungen als Folge einer Hirntumortherapie untersucht. Dabei wurde ein von Hoppe und Fliessbach / Bonn (Fliessbach et al, 2010: Computer-based assessment of cognitive functions in brain tumor patients. J Neurooncol. 2012; 100(3): 427 - 437) entwickeltes Testinstrument NeuroCogFX für Patienten mit Hirntumoren fortentwickelt und validiert. Dieses Testinstrument wird eingesetzt innerhalb des Gliomnetzes (s.o.) und in modifizierter Form innerhalb der Deutsche Arbeitsgruppe zur Therapie der primären ZNS-Lymphome.

Die Neurologische Klinik nimmt in Kooperation mit den Kliniken für Neurochirurgie und Hämato-Onkologie sowie mit der Klinik für Strahlentherapie der Ruhr-Universität Bochum an zahlreichen Therapiestudien zu primären Gehirntumoren teil (s. Studienregister).

Die Arbeiten über Primäre ZNS-Lymphome haben sich auch in einer interdisziplinären S2k-Leitlinie niedergeschlagen, die Prof. Dr. Schlegel aus Bochum federführend gemeinsam mit Prof. Dr. G. Illerhaus / Stuttgart verfasst hat. Diese Leitlinien werden getragen von allen beteiligten onkologischen und neurowissenschaftlichen Fachgesellschaften.

Status: offen

Beschreibung:
Open-label, non-randomized, two-stage trial evaluating the efficacy and safety of PQR309 in patients with relapsed or refractory primary CNS lymphoma.

Leiter Klinische Prüfung:
PD Dr. med. Agnieszka Korfel
Charité-Universitätsmedizin Berlin
Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie
Hindenburgdamm 30, 12200 Berlin

Kontakt:
Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus
Studiensekretariat, Sylvia Rekowski
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
E-Mail: sylvia.rekowski@kk-bochum.de
Telefon: 0234/299-83703

Status: offen

Beschreibung:
A Randomized, Placebo Controlled Phase 2b/3 Study of ABT-414 with Concurrent Chemoradiation and Adjuvant Temozolomide in Subjects with Newly Diagnosed Glioblastoma (GBM) with Epidermal Growth Factor Receptor (EGFR) Amplification.

Leiter Klinische Prüfung:
Andrew B. Lassman MD
Department of Neurology & Herbert Irving Comprehensive Cancer Center
Columbia University Medical Center
710 West 168th Street
New York, NY 10032, USA

Kontakt:
Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus
Studiensekretariat, Sylvia Rekowski
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
E-Mail: sylvia.rekowski@kk-bochum.de
Telefon: 0234/299-83703

Status: offen

Beschreibung:
STELLAR – A Phase 3, Randomized, Open-Label Study To Evaluate the Efficacy and Safety of Eflornithine with Lomustine Compared to Lomustine Alone in Patients with Anaplastic Astrocytoma That Progress/Recur After Irradiation and Adjuvant Temozolomide Chemotherapy.

Sponsor:
Orbus Therapeutics, Inc.
2479 E. Bayshore Road
Suite 105
Palo Alto, CA 94303, USA

Kontakt:
Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus
Studiensekretariat, Sylvia Rekowski
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
E-Mail: sylvia.rekowski@kk-bochum.de
Telefon: 0234/299-83703

Status: offen

Beschreibung:
Register zu Erfassung von Patienten bis zum 65. (bis zum 70.) Lebensjahr, die primär chemotherapeutisch behandelt werden.

Leiter Klinische Prüfung:
Prof. Dr. med. Uwe Schlegel
Prof. Dr. med. Roland Schroers
Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer

Kontakt:
Neurologische Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus
Studiensekretariat, Sylvia Rekowski
In der Schornau 23-25, 44892 Bochum
E-Mail: sylvia.rekowski@kk-bochum.de
Telefon: 0234/299-83703

Weiterführende Informationen:

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